Projekte Sanierung und Restaurierung des jüdischen Friedhofs in Michelndorf, Marktgemeinde Michelhausen / NÖ / A Projektdauer: 2009 - 2010 Organisation und Leitung: Mag. Ingrid Oberndorfer Projektstatus: in Bearbeitung Inhalt: Jüdische Friedhöfe sind nicht nur denkmalgeschützt, sondern auch Zeugnisse der europäischen  Kultur. Jedem Toten gehört nach den Geboten der Halacha der Boden, in dem er begraben wurde der  Friedhof ist "ewiges Heiligtum", es ist auch nicht möglich, einen Friedhof oder eine Begräbnisstätte zu  verkaufen.  Für eine jüdische Gemeinde hat somit der Ankauf eines Friedhofes immer Vorrang - die  Ehre der Toten muss bewahrt werden und jede Störung der Totenruhe muss verhindert werden. Österreich hat nach dem Krieg im Washingtoner Abkommen versichert, sich um die Sanierung und  Erhaltung (Pflege des Grund und Bodens, Grabsteine obliegen der Sorgfalt der jeweiligen  Kultusgemeinde) der jüdischen Friedhöfe zu kümmern. Besucht man den Friedhof in Michelndorf,  dann erkennt man die Dringlichkeit und Notwendigkeit dieses Projektes. Der Friedhof wurde 1938 von Nationalsozialisten 1938 zerstört. Die Grabsteine transportierte ein  Tullner Steinmetz mit einem Leiterwagen ab, arbeitete sie um und kaufte sie als katholische  Grabsteine weiter. Bis heute wurde auf dem Friedhof nichts repariert oder saniert. Eine ältere Dame aus Michelhausen  hat bis vor ungefähr 20 Jahren den Friedhof vom gröbsten Unkraut befreit, seit es ihr körperlich nicht  mehr möglich ist, befindet sich der Friedhof in einem bedauernswerten "Urwald-Zustand". Der Grabstein des Josef Schnabel ist der einzig komplett erhalten gebliebene Stein. Bruchteile des  Grabsteines der Hanna Schnabel existieren noch neben ein paar anderen Steinfragmenten. Vorgangsweise: Mit Einverständnis und Genehmigung des Eigentümers, der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, und  unter Mithilfe der Marktgemeinde Michelhausen oder ortsansässigen Vereinen oder Privatpersonen  soll der Friedhof inklusive der Grabsteine, Umzäumung (statt Eisendraht nun Mauer) mit dem Eingang  und saniert bzw. restauriert, der "Urwald gelichtet"  werden.  Nach Erhalt der mündlichen Genehmigung durch den Eigentümer des Friedhofes, der Israelitischen  Kultusgemeinde Wien, nimmt sich Sigmarswerd um die Sanierung des Friedhofes an. Frau  Oberndorfer wird Förderanträge an Land (Kulturabteilung), Bund (Denkmalschutz) und weiteren Kultur  fördernden Institutionen stellen und mit anderen möglichen Sponsoren Gespräche führen, um  genügend Gelder zusammen zu bekommen, damit das Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann. Während des Projektes ist vorgesehen, dass  wissenschaftliche Vorträge zum Thema "Geschichte der  Juden in Österreich" abgehalten werden. Projektziel: Vorrangig wird den Einwohnern der diversen Marktgemeinden, in denen die Juden vor dem Zweiten  Weltkrieg in und um Michelhausen gelebt haben, jüdische Kultur und Geschichte näher gebracht, der  unter Denkmalschutz stehende Friedhof Michelndorf  revitalisiert und die Grabsteine saniert   Überregional gesehen, soll mit Hilfe dieses Projektes jüdische Kultur in Österreich, speziell in Niederösterreich vermittelt und bewahrt werden.